Adler Geschrieben 8. Dezember 2025 Geschrieben 8. Dezember 2025 Servus Triumph-Gemeinde, Ich bin neu hier, heiße Bernhard, und seit vielen Jahren Triumph-Fahrer (Trophy 1200 und Sprint 900). Lebe am westlichen Bodensee, Radolfzell. Nachdem beim letzten Tüv der Sprint sehr hohe Abgaswerte im rechten Auspuff (also mittlerer und rechter Zylinder) gemessen wurden, zugleich immer schon ein sehr hoher Verbrauch jenseits 7 Liter trotz zahmer Fahrweise (mit der Trophy brauche ich ca. 6l) entsteht, wollte ich dem Ganzen auf den Grund gehen. Der TüvPrüfer meinte etwas von "vllt. defekter Schwimmernadel". Diesbzgl. Anfrage beim nächsten offiz. Triumphhändler (Zepf in Rottweil). Jetzt kommt`s: Der schickte mich mehr oder weniger wieder nach Hause weil " das vorwiegend jüngere Werkstattpersonal mit Vergasern nichts mehr anfangen könne". Deshalb jetzt hier meine Bitte, ob jemand aus dem Forum einen Tipp hat, wohin ich mich mit einem (wahrscheinlichen) Vergaserproblem im hiesigen Großraum westl. Bodensee wenden kann. (Derjenige, der zuletzt bei den Bikes die Ventileinstellung überprüft hat will auch nicht so recht ran an die Vergaserzerlegung, weil aufwendig und somit teuer). Linke Hand zum Gruß Bernhard
Matt Geschrieben 8. Dezember 2025 Geschrieben 8. Dezember 2025 (bearbeitet) Servus Bernhard und herzlich willkommen, die erste Frage wäre ja, ob bei Dir noch Mikunis verbaut sind oder ob irgendjemand Keihin nachgerüstet hat oder die Sprint hatte das ab Werk weil späteres Baujahr? Ich habe Mikuni und die neigen ja eher zum abmagern. In der Suchfunktion hier findest Du auf jeden Fall schon einmal eine Menge Hinweise. Welche Laufleistung hat die Gute und wann wurde zuletzt der Luftfilter gewechselt? Bei einem richtig defekten Schwimmernadelventil dürfte irgendwo Benzin austreten, wenn der Benzinhahn auf Pri steht (das würde ich aber nur sehr kontrolliert probieren wollen, nicht, dass ein Zylinder mit Benzin volläuft, wg. "Wasserschlaggefahr"). Meine Mikunis konnte ich selbst mit etwas Geschick und Rat hier aus dem Forum überholen und das war nach den vielen Jahren auch wirklich nötig. Hast Du ein WHB? Stehen die Leerlaufregulierschrauben halbwegs in der Grundeinstellung? Viel Erfolg! PS: Nadeldüsen und Düdennadeln können je nach Laufleistung auch verschlissen sein und einen höheren Verbrauch hervorrufen. Kerzenbild einmal überprüft? Bearbeitet 8. Dezember 2025 von Matt PS Nachtrag
surfinboy Geschrieben 9. Dezember 2025 Geschrieben 9. Dezember 2025 Servus, traurig daß der Werkstattmeister die Gelegenheit nicht nutzen will um seinen jungen Mechanikern was beizubringen. Kerzenbild ist ein guter Indikator, Luftfilter sollte geprüft bzw getauscht werden, die Messung vom TÜV würd ich nicht so ernst nehmen, die Schwachverständigen sind meist unbegabt. Bei dem Fahrzeugalter macht eine Vergaserrevision durchaus Sinn, ist kein Hexenwerk und beim Luftfilterwechsel ist ein guter Zeitpunkt, das mal mitzumachen. Anleitungen dazu gibts genug hier und Teile dafür sind bezahlbar. Wichtig ist die anschließende Einstellung zylinderselektiv mit Tester von jemand der Ahnung hat. Ich würds vom Kerzenbild abhängig machen, 3 X rehbraun ist mir gut genug. Grüße Andi
Dani Geschrieben 9. Dezember 2025 Geschrieben 9. Dezember 2025 Wir können bei mir in Rümikon am Hochrhein gerne mal die Vergaser abgleichen und die CO Werte ausmessen. Sinnvollerweise prüft jemand (egal ob du oder ich) die Ventil-Spiele und stellt diese nach WHB ein. Gruss Dani
Adler Geschrieben 9. Dezember 2025 Autor Geschrieben 9. Dezember 2025 Servus Matt und Surfinboy, vielen Dank für eure schnelle Rückmeldung! Also, meine Sprint ist EZ 96 mit Typgenehmigung `93 lt. Fzgschein. Es sind Mikunis verbaut, die Gute hat (nur) 48000 km gelaufen. Vor 9 Jahren erworben mit 30000km, damals schon die hohen Verbräuche. Bei 33000km großen Service machen lassen, u.a. Lufi/Zündkerzen/Ventile/Vergasersyncro. Alte Zündkerzen damals unauffällig/gut. Allerdings seit Beginn um den Benzinhahn herum immer schon "benzinstinkig". Und ja, sobald der Hahn leicht verdreht wird sabbert Benzin am Lufikasten runter. Hatte Tank im Frühjahr mal abgebaut, allerdings nichts undichtes festgestellt. Ein WHB habe ich nicht, als EinfachHobby-Schrauber trau ich mich nicht an "Innereien" heran, lediglich Flüssigkeitenwechsel/Beläge/Kleinkram, ggfs noch Zündkerzen. Bisher hab ich das Ganze auf sich beruhen lassen und den hohen Spritverbrauch einfach akzeptiert, fahre ja mit der Sprint nur ca. 2000km/Jahr (neben der Trophy und Anderen). Und der kommende Tüv wird dann bei der ASU auf den linken Auspuff gelotst, da sollten die Werte ja weiterhin passen. Allerdings nervt es mich einfach, auch wenn es sich finanziell wohl nicht rechnen würde mit einer fachmännisch-kommerziellen Vergaserrevision. Angenommen, ein Schwimmernadelventil ist defekt, wer kann sowas reparieren (älterer Einmannbetrieb?) und mit welchen Kosten (Zeitfaktor) wäre zu rechnen? Kennt ihr im westlichen Bodenseegebiet solche Adressaten? Ansonsten muss ich vllt. doch selbst ran bzw. lassen wie es ist... Grüße
Adler Geschrieben 9. Dezember 2025 Autor Geschrieben 9. Dezember 2025 vor 11 Minuten schrieb Dani: Wir können bei mir in Rümikon am Hochrhein gerne mal die Vergaser abgleichen und die CO Werte ausmessen. Sinnvollerweise prüft jemand (egal ob du oder ich) die Ventil-Spiele und stellt diese nach WHB ein. Gruss Dani Danke Dani für deine Meldung. Hab mir deine Adresse vorgemerkt, ist allerdings schon ein Stück weit entfernt. Denke aber, dass Ventilspiel/Vergasersyncro nicht das Problem sind. Siehe vorherige Antwort an Matt/Surfinboy
Dani Geschrieben 9. Dezember 2025 Geschrieben 9. Dezember 2025 Es muss einfach vor Abgleich und CO sichergestellt werden, dass die Ventile stimmen. Ansonsten ist die Arbeit für die Katz.
Matt Geschrieben 9. Dezember 2025 Geschrieben 9. Dezember 2025 Hallo Bernhard, wenn der Benzinhahn in Richtung Pri gedreht wird und Sprit aus dem Luftfilter kommt liegt das Problem "auf der Hand": Schwimmernadelventil schließt nicht mehr richtig und die Schwimmerkammer läuft über. Das Nadelventil ist mit dem Schwimmer verbunden und schnell getauscht. Suche mal nach Topham und dem Mikuni BST 36mm, da müssten Explosionszeichnungen recherchierbar sein. Dann siehst Du in etwa, wie der Vergaser aufgebaut ist. Du kannst dich selbst herantrauen, wenn Du die Schrauben der Schwimmerkammern abbekommst. Die sind relativ weich und schnell "ausgenudelt". Dann wird es vermutlich teuer. Ich schicke Dir gleich eine PN: Dani's Hinweis zu den Ventilen würde ich sehr ernst nehmen. Prüfintervall ist (aus der Erinnerung heraus) 15 tkm und die sind erreicht. Viel Erfolg!
Dani Geschrieben 9. Dezember 2025 Geschrieben 9. Dezember 2025 Da hat Matt recht, Sprit im Lufi sind die Schwimmernadeln. Typ wegen hohen Spritverbrauch, schau mal, ob die Chockdüsen wirklich richtig zu sind. Wenn das Spiel nicht stimmt oder die Gummis spröde sind, steigt der Spritverbrauch exorbitant.
Adler Geschrieben 9. Dezember 2025 Autor Geschrieben 9. Dezember 2025 Vielen Dank schon mal für die umfangreichen und detaillierten Tipps, werde in nächster Zeit doch nochmals Tank abbauen müssen und schauen wie weit ich komme bzw mir zutraue.
surfinboy Geschrieben 10. Dezember 2025 Geschrieben 10. Dezember 2025 Choke ist eine Idee, daran kanns auch liegen.
Matt Geschrieben 10. Dezember 2025 Geschrieben 10. Dezember 2025 vor 8 Stunden schrieb surfinboy: Choke ist eine Idee, daran kanns auch liegen. Ich würde sagen wollen: daran könnte es zusätzlich liegen ;) Wenn der Motor nicht nur Benzin durch die Leerlaufdüse und Hauptdüse bezieht, sondern zusätzlich noch über das Luftfiltergehäuse ist das Benzin-Luftgemisch ziemlich unpassend. Wenn bei einem nicht mehr richtig schließendem Schwimmernadelventil das Benzin in den Luftfilter läuft und nicht direkt in den Einlass hat man ja noch Glück. Bei meiner Guzzi würde genau das passieren und bei unserer verflossenen Saturno 500 ist das einmal passiert. Da war nicht nur eine Benzinpfütze unter dieser Bella, sondern der Zylinder war auch fast randvoll gefüllt. Ein Ölwechsel ist in einem solchen Fall natürlich auch Pflicht. Viele Grüße
Pan77 Geschrieben 12. Dezember 2025 Geschrieben 12. Dezember 2025 Moin Bernhard, ich würde es an Deiner Stelle einmal vernünftig machen. Alle Oringe in den Vergasern erneuern, Vergaser ins Ultraschall, Düsen, Schwimmerventil und Co Schrauben erneuern bei Bedarf. Ich empfehle auf Originalteile zurückzugreifen. Topham wurde ja schon genannt. Ventilspiel prüfen und einen neuen Luftfilter. Danach vom Profi einestellen lassen. Alles andere ist halber Kram. Bei der Laufleistung steht doch eh eine Inspektion an. Kann man mit etwas Geschick, einem WHB und Tips aus dem Forum selber machen. Ist doch eh Winter und ein 2. Moped scheint ja vorhanden zu sein.
Adler Geschrieben 12. Dezember 2025 Autor Geschrieben 12. Dezember 2025 Moin Pan, Danke für deinen aufmunternden Zuspruch mit dem Selbermachen-Können💪. Werde, wie schon gesagt, mich über den Winter dem "OP-Gebiet" mit all euren detaillierten Tipps widmen und schauen, wie weit ich komme bzw mir die Zerlegung zutraue . Ansonsten bleibt der Gang zu einem älteren Schrauber(🤔) mit Infos, die ich von euch dankenswerter Weise bekommen habe... ✌️
Matt Geschrieben 29. Dezember 2025 Geschrieben 29. Dezember 2025 Hallöchen in die Runde, da ich wenig Erfahrungen besitze bzgl. des Themas CO Werte bei AU's bitte ich um relative und ungenaue Auskünfte ;) Seit Einführung der AU (vermutlich um das Jahr 2006 herum) wurden bei den AU's bei mir ziemlich niedrige Werte festgestellt. Die sanken von 0,8 % im Jahr 2006 auf 0,3 % bis 0,2 % ab 2008. Nach einer kompletten Revision des Ansaugtraktes incl. neuen Luftfilters und Ansaugstutzen und Komplettrevision der Vergaserbatterie bin ich seit 2022 wieder bei 2.7 % nach ca. 25 tKm Gesamtlaufleistung der Vergaser (da dürften die originalen Ventilnadeln und Nadelventile ja auch noch intakt sein, so zumindest nach Sichtprüfung seinerzeit festgestellt). Ich hatte mich über die niedrigen CO Werte eigentlich immer gefreut (als sei ein Kat verbaut), aber ohne Erfahrungswerte zu haben kann man ja auch schnell mit "Freuen" danebenliegen. Könnte jemand vielleicht meine These bestätigen oder revidieren, dass nach ca. 14 Jahren bei den BST's sowieso eine Vergaserrevision hinfällig ist? Empirisch-Statistisch bin ich ja noch n=1, aber das kann sich ja möglicherweise ändern ;) Zylinderselektiv kann ich das hier im Münsterland leider nicht prüfen lassen, aber die Speedy läuft zumindest gefühlt wieder wie am ersten Tag mit den Grundeinstellungen (kein Nürburgring, sondern moderat Landstraße gefahren). Oder kennt jemand die ca. Werte ab Werk? Viele Grüße
Eddy Geschrieben 30. Dezember 2025 Geschrieben 30. Dezember 2025 Hallo @Matt, na, da wäre doch das Vergaser-Seminar was für Dich Klar verschleißen die Gaser wie andere Bauteile auch, aber so um die 100tkm halten die schon. Der Zahn der Zeit nagt unabhängig von den gefahrenen km an den Gummiteilen. Die sind meist nach 15-20 Jahren fitte. Die Abgaswerte hinten gemessen sind meist niedriger als vorn am Krümmer, allerdings kann man da von keinem fixen Versatz ausgehen, das ist stark abhängig von der Dichtheit der Auspuffanlage & anderes. Im unklaren Fall mal am Krümmer messen & einstellen. Vorausgesetzt Ventilspiel & Synchro ist ok.
Matt Geschrieben 30. Dezember 2025 Geschrieben 30. Dezember 2025 Moin Eddy, schöne Gegend bei Dir und so ein Workshop ist eine sehr gute Idee. Ich sehe gerade auch, dass Du für die Verschraubung der Schwimmerkammerdeckel auf Sechskant setzt. Auf die Idee bin ich leider nicht gekommen. Die originalen Kreuzschrauben sind wirklich sehr weich. Deine Einschätzung zu ca. 15 tKm Überholungsintervallen kann ich auch mittlerweile teilen, somit ist n=2. Aber vielleicht gibt es ja auch noch andere Erfahrungen. Was sagen denn die AU Berichte der weiteren Forumsmitglieder? Auspuffanlage ist bei mir zumindest dicht und Ventilspielprüfung ist jetzt aber auch langsam dran (mein fabrikneuer Motor aus 1996 hat glücklicherweise noch nicht viele Km). Da ich Erstbesitzer bin habe ich natürlich noch fast alle AU Berichte und kann daher diese schleichende Abmagerung nachvollziehen. Ich habe aber auch gerade PN Kontakt zu Bernhard, der ohne Vergaserrevision von knapp unter 4,5 % CO berichten konnte. Da kompensiert sich möglicherweise unerwünschte Nebenluft im Vergaser (ausgehärtete O-Ringe) mit falschen Schwimmerständen oder wahrscheinlicher undichtes Schwimmernadelventil incl. erhöhter Spritverbrauch. Einen alten CO Tester kann ich vielleicht selbst nächsten Monat "ergattern" über unseren freundlichen Prüfer hier. Der Prüfer ist wirklich gut aber auch kompromisslos (das gehört sehr vermutlich aber auch zusammen). Er hat immer Zeit für erklärende und verständliche Worte. Ich bleibe gespannt, was wg. historischen CO Prüfberichten hier noch hereinkommt. Viele Grüße
Jochen Geschrieben 31. Dezember 2025 Geschrieben 31. Dezember 2025 Moin Wieder diese dumme Messmethode bei den Prüfstellen … Meinem Prüfer habe ich erst mal die Unterschiede zwischen der unsinnigen Meßmethode am Dämpferende und einer sinnvollen Messung am relevanten Punkt erklären dürfen. Nach anfänglicher Ungläubigkeit habe ich es ihm dann auch noch live demonstriert. Als Motorradfahrer konnte er den Unterschied dann auch gleich noch selber im Sinne des Wortes erfahren. Ebenso wurde die Relevanz der Qualität der Meßgeräte diskutiert und demonstriert, wie sich dies tatsächlich dauerhaft auswirkt und warum Unterschiede im Prozentbereich an dieser Stelle nicht förderlich sind für den Motorlauf. Seither weiss er um die Differenz zwischen Umweltschutz und Umweltpolitik, sieht diese AUK mit anderen Augen. Dennoch muss er sich an seine Vorschriften halten, das ist nun mal sein Job. Es ist jedoch äusserst selten, dass sich ein AAS die Zeit nimmt, um an einem Samstag Nachmittag nach Geschäftsschluß etliche Stunden für Verständnisbildung aufzuwenden. Das Fazit für die obig angesprochene Problematik ist; Mach es von Anfang an vernünftig, spare nicht am falschen Ende und betrachte es als periodischen Wartungsaufwand. Gruss, Jochen !
Eddy Geschrieben 31. Dezember 2025 Geschrieben 31. Dezember 2025 Hallo @Matt, zunächst mal möchte ich mich Jochens Worte uneingeschränkt anschließen. Ergänzend will ich noch hinzfügen... Die Verwendung anderer Schrauben hat 2 Gründe. Zum einen unterliegen diese japanischen Schrauben einer anderen Norm (JIS). Diese ist nahe am PH2, aber eben kein Perfekter Sitz eines PH2 in einer JIS Schraube. In vielen Fällen ist dieses Quäntschen an besserem Sitz mit dem richtigen Werkzeug entscheidend dafür ob man diese butterweiche Schraube auf bekommt oder sie vergrisknaddelt. Zum anderen ist es so das die meisten Schrauben das lösen nicht schadlos überstehen, der Kreuzschlitz deformiert & somit eh Ersatz gebraucht wird. Nun bleibt die Wahl, dass zu verwenden was man in der Schublade zur Verfügung hat oder Schrauben in zu bestellen, wobei ich per se Kreuzschlitschrauben AU-Berichte kann man aus verschiedenen Gründen getrost in die Tonne treten. Die werden nur gemacht weil die Prüfstellen damit Geld machen. Sie haben sogut wie 0 Aussage weil einfach die Messmethode beschissen ist. AU-Werte anderer T´s sind keine Referenz da es eben "andere" sind & nicht Deine, denn jeder T-Motor ist ein Unikat. Nur wenn der Motor Deiner T ordentlich eingestellt ist, läuft auch Deine Motor wirklich gut. Auch Deine Sammlung von AU-Berichten wirst Du spätestens dann in die gleiche Tonne werfen, wenn Du mal gesehen hast um wie viel sich diese Werte vom Kaltstart bis zur Betriebstemperatur verändern. Des weiteren ist ein Co-Tester schon mal gut, aber nicht ausreichen um zu sehen was im Motor wirklich passiert, dazu braucht man eine 4-Gastester. Der Nachteil bei der Co-Messung ist das Co keine Kippwert hat wie die anderen Werte. Dreht man zu geht er runter & umgekehrt, man hat aber keine Aussage über die Verbrennung. Das geht nur mit den anderen Werten HC, Co2 & O2. Seit langem schon sehe ich es wie Jochen, Gemischeinstellung ist Bestandteil der Inspektion & Aussagen wie, läuft doch, läuft schon immer so, oder ähnliches sind einfach nur Quark. Denn jedem sollte klar sein das ein Mehzylindermotor mit Einzelvergaser nur dann gleichmäßig laufen kann wenn jeder Zylinder die gleiche Menge an Luft & Kraftstoff bekommt.
Matt Geschrieben 31. Dezember 2025 Geschrieben 31. Dezember 2025 Moin Jochen, moin Eddy, alles richtig und differenziert dargestellt. Mein Hinweis auf die AU's war dahingehend gemeint, dass wenn jemand ungewöhnliche Werte offiziell bescheinigt bekommt (z.B. jahrelang unter 0,4 % CO oder jahrelang 4,5 % CO) dies ein Indikator dafür sein sollte, dass mit Ansaugwegen, Vergaser, Gemischaufbereitung, Verbrennung usw. etwas nicht in Ordnung sein kann. M.E. ist dann wirklich darüber nachzudenken, einmal etwas genauer hinzuschauen. Ich muss ja auch selber Wartung/Inspektion durchführen, weil die Werkstätten hier in meiner Gegend das ordentlich auch nicht mehr richtig können (Flüssigkeitswechsel traue ich denen zu, aber das ist viel zu wenig). Ein persönliches Beispiel: wegen meiner zu geringen CO Werte habe ich ja nach bestem Wissen und Gewissen erst einmal alles neu gemacht und die Vergaser in die Grundeinstellung gebracht. Dann sollte zylinderselektiv zumindest CO gemessen und passend eingestellt werden. Eine gute Fachwerkstatt für Rennmotorräder in der Nähe konnte ein entsprechendes Messgerät dafür leihen (das war aber kein 4-Gastester). Ergebnis: TÜV hinten gemessen 2,7 %, Fachwerkstatt gemessen alle Zylinder genau 0,4 % (als sei das Messgerät auf diesen Wert "eingefroren" gewesen). Der Meister mit einem gutem Gehör und Gefühl hat dann die Feinjustierung vorgenommen, also wie früher noch. So wie sie jetzt fährt würde ich behaupten wollen, die Pflicht ist zunächst gemeistert, aber die Kür kann weder ich vornehmen noch eine Fachwerkstatt in der Nähe. Im WHB steht 2,5 bis 4,5 % CO, aber m.E. sind diese Werte auch sinnfrei, wenn nicht wirklich einmal alles diesbezügliche nach sehr vielen Jahren wieder auf den Auslieferungszustand gebracht wird. @eddy sind die Gewinde trotz IJS metrisch? Viele Grüße
Jochen Geschrieben vor 21 Stunden Geschrieben vor 21 Stunden Moin Sind metrische Gewinde. Vorschlag : Wenn das Wetter wieder besser ist und die Temperaturen dauerhaft die 10 Grad im Plusbereich übersteigen, dann kannst Du gerne mal die paar Meter von Münster nach Krefeld kommen und ich stell Dir den Kasten so weit wie möglich ein. Wenn Du vorher noch den Vergaserkurs bei Eddy genießen kannst, so solltest Du das unbedingt tun. Gruss, Jochen !
Eddy Geschrieben vor 21 Stunden Geschrieben vor 21 Stunden Hallo @Matt, zunächst mal ein frohes Neues. Ungewöhnliche Werte werden nur oberhalb der 4,5% Co von den Prüfern reklamiert, jedoch solch ein Wert hinten gemessen ist im Motor bereits deutlich mehr was er definitiv nicht braucht, kostet nur Sprit & die Kiste verrust. Üblicherweise hab ich bei der HU diesbezüglich keine Probleme da vorher der AGT dran hing & der Motor Betriebstemperatur hat, also 80° C Öl. Deutlich zu niedrige Werte (unter 0,5% Co) habe ich bisher nur ein einziges mal gehört das ein Prüfer darauf hingewiesen hat dies mal einstellen zu lassen, an sonsten juckt das die meisten nicht, Hauptsache unter 4,5 Das sich Vergaser im laufe der Jahre & mit den Km verändern ist ganz normal, dafür gibt es Inspektionen, muss man nur machen oder machen lassen. Und wenn ich bedenke was Jochen & ich zu dem Thema bereits geschrieben haben, da könnte man ein Buch mit füllen. Offensichtlich ist das Interesse diesbezüglich sehr gering, läuft der Bock jedoch nicht mehr ordentlich gibt es hier lange Frede. Eine gute Fachwerkstatt für Rennmotorräder die keinen AGT hat ist keine gute Fachwerkstatt. Das ist m.M. nach ein elementares Werkzeug das vorhanden sein sollte. Nach Gefühl oder Umdrehungen zählen war vorgestern, mit einem AGT haben uns die Hersteller solcher Geräte ein Werkzeug an die Hand gegeben das die genauste Einstellung ermöglicht & man auch noch sieht wie die Verbrennung ist. Der Auslieferungszustand der Gaser ist auch nicht erstrebenswert da dieser Bauteiltoleranzen & den Zustand des Motors nicht mit einbezieht. Und wie Du selbst schon festgestellt hast, sind die Angaben 2,5-4,5 % im WHB nur ein Richtwert. Ein F-Motor (Tiger) läuft durchaus mit 2,5 % sehr gut, ein G- (S3) oder E-Motor (12er Tona) würde das nicht mehr tun. Und zum Schluss kann ich Dir nur empfehlen das Angebot von Jochen anzunehmen. Je nach Zustandes Deines Motors wirst Du Dich sehr wundern hinterher.
Matt Geschrieben vor 10 Stunden Geschrieben vor 10 Stunden Moin Jochen, moin Eddy, mögen unsere T300er auch mindestens 50 Jahre funktienstüchtige Alter erreichen wie meine T160. @Jochen: herzlichen Dank für das Angebot, das plane ich ja seit mehreren Jahren und den Vergaserkurs bei Eddy finde ich auch echt prima. Wenn ich mir das hier diesbezüglich im Münsterland ansehe, kann ich derzeit nach wie vor niemanden finden, der zylinderselektiv CO messen kann. Alle Werkstätten scheinen nur noch mit OBD zu arbeiten und kennen daher kaum noch Vergaserrevisionen mit passenden Einstellungen ;) Die von mir aufgesuchte Werkstatt für Rennmotorräder: da stand keine Maschine mit Vergasertechnik. Da sind vermutlich 4-Gastester auch mittlerweile obsolet? Um ein Rennen zu gewinnen (was meine Absicht nicht ist) wird so etwas vermutlich nicht mehr benötigt? Aber da lasse ich mich sehr gerne eines Besseren belehren. Viele Grüsse
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